Die Welt der Tiere
 
Alle Wesen respektieren: Jordaniens menschliches Zentrum für den Tierschutz – Teil 1 von 2   
Teil 1
Teil 2
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 Hallo, warmherzige Zuschauer, und willkommen zu Die Welt der Tiere: unser Mitbewohner. In der heutigen Sendung, dem ersten Teil einer zweiteiligen Reihe, besuchen wir das Land Jordanien im Mittleren Osten und die gemeinnützige Organisation Humane Center for Animal Welfare, die sich für „Güte und humanes Verhalten gegenüber Tieren“ einsetzt. Die Organisation, die im Jahr 2000 gegründet wurde, erreicht dieses Ziel indem sie verletzte Wildtiere rehabilitiert, ihnen Unterschlupf gibt und die Tiere wirtschaftlich benachteiligter Bezugspersonen kostenlos tierärztlich versorgt, indem sie Informationsseminare durchführt, Tierrettungsarbeit leistet und Tierschutzgesetze unterstützt. Das Zentrum eröffnete eine Tierklinik im Jahr 2007 - die erste ihrer Art in Jordanien. Margaret Ledger und Nadia Hamam, Mitbegründerinnen des Humane Centers for Animal Welfare, erklären wie alles anfing.

Wir haben mit einem einfachen Stück Land angefangen, das wir besitzen. Und hier sind wir jetzt; nach sechs Jahren sind wir in der Lage, der Gemeinde mit verschiedenen Services zu helfen. Wir sind in zwei Hauptbereiche aufgeteilt. Der erste ist der tierärztliche Bereich und wir behandeln alle kostenlos. Der zweite ist unser Schulungsprogramm, das Nadia leitet und um das sie sich kümmert.

Eigentlich ist das Schulungsprogramm sehr wichtig, um alle Probleme der Tiere zu lösen. Und ein anderes Ziel des Schulungsprogramms ist es, dem Geist der Schüler ein Samenkorn einzupflanzen, wie man ein humaner Mensch mit allem um sich herum wird, mit anderen Menschen mit der Umwelt, mit allem in der Gesellschaft, in der Welt.

Ihnen Mitgefühl und Respekt vor dem Leben beizubringen, das halten wir für sehr, sehr wichtig.

Es ist das erfolgreichste Schulungsprogramm in Jordanien. Und die Schüler reagieren sehr gut auf die Lehrer. Es ist also ein wunderbares Programm.

Es gab eine nette Vereinbarung mit dem Bildungsministerium. Und wir haben Tierclubs in den staatlichen Schulen im ganzen Königreich (Jordanien) gegründet. Wir haben uns auf Jungen und Mädchen zwischen 9 und 17 konzentriert. Es funktioniert also sehr schön. Und wir haben den jordanischen Tierschutztag ins Leben gerufen. Dieses ist das fünfte Jahr, dass wir in Jordanien im April wirklich feiern - ein jordanischer Tierschutztag.

Welche Veränderungen können bei Schülern, die am Programm teilnehmen, beobachtet werden?

Viele Schüler kommen in unser Zentrum, um die Tiere zu betreuen. Ja, es gibt also viele gute Ergebnisse. Und sie haben Respekt vor den Tieren.

Neben dem Betrieb der Tierklinik und dem Informationsprogramm in jordanischen Schulen ermuntert das Humane Tierschutzzentrum die Regierung zum Schutz der Rechte und des Lebens von Tieren durch die Gesetzgebung.

Wir arbeiten jetzt mit der Regierung, mit der Gemeindeverwaltung, den verschiedenen Ministerien zusammen, um Vorschriften und Gesetze z. B. für Zoos, den Tierhandel und die Züchter zu erwirken. Wir arbeiten daran. Es passiert also viel in Bezug auf die Gesetze in der Gemeinde. Wir haben fantastische Programme mit der Stadtverwaltung Amman und es bewegt sich etwas. Wir machen jetzt Verordnungen für Tierhandlungen, Zirkusse und Zoos. Wir bekommen viel Unterstützung von der Regierung. Und jetzt funktioniert es gerade sehr gut. Und wir danken der Stadtverwaltung und dem Landwirtschaftsministerium und anderen Regierungsabteilungen, dass sie uns wirklich helfen. Wir arbeiten sehr schwer und sehr gut mit unserer Mitgliedsgesellschaft zusammen, die the World Society for Protection of Animals in England heißt. Und sie war es, die die Hälfte der Klinik finanzierte. Und die andere Hälfte wurde vom Planungsministerium in Jordanien finanziert. Es läuft also sehr gut.

Das Humane Tierschutz- Zentrum bietet auch Tiertherapie-Programme für Kinder mit sonderpädagogischen Bedürfnissen an.

Wir haben also Programme für misshandelte Kinder, wir haben welche für geistig behinderte, körperlich behinderte, verwaiste Kinder.

Wir haben verschiedene Programme für taubstumme und blinde Kinder. Sie kommen zur wunderbaren Tiertherapie und man kann sehen, was das bewirkt. Wir haben viele Bilder hier, die einen Teil des Programms zeigen, das wir durchführen. Und hinter uns gibt es Kunst. Sie sehen, dass all das in unserem Zentrum stattgefunden hat.

Die Mitarbeiter des Zentrums führen Tierrettungsaktionen durch. Einmal wurde ein Esel gerettet, der in einer Falle war.

Wir mussten also ein gutes Rettungsteam von etwa 10 Personen zusammenstellen, um den riesigen Esel aus dieser Höhle zu bekommen. Wir taten das und es war direkt oben auf einem Berg. Wir mussten ihn einen sehr steilen Hügel herunterbringen; das war eines der Dinge.

Ein Pferd fiel in einen Brunnen und der war fast vier Meter tief. Und ich bin froh, dass das Wasser…ich meine, es war Ende des Sommers und das Wasser war wahrscheinlich 1,5 m tief. und ging ihm gerade bis zum Hals. Wir mussten den Zivilschutz rufen. Er hat uns viel geholfen. Und ich denke, dass wir das Pferd innerhalb von zwei Stunden retten konnten. Wir bekommen viele Anrufe, wenn Katzen in Abflüsse und hinter Mauern geraten und solche Sachen. Wir sollen sie retten und das tun wir dann auch. Wir werden gerufen und fahren sofort los.

Das Tierschutzentrum erhält Unterstützung der Bürger, der Regierung und besonders der Königsfamilie Jordaniens. Im Februar 2006 besuchte Ihre Majestät Königin Rania Al-Abdullah von Jordanien, eine Zeremonie zur Grundsteinlegung der Tierklinik und sie beehrte auch die offizielle Eröffnung im März 2007.

Ich danke der Königsfamilie für all ihre Unterstützung - die geistige und moralische Unterstützung, die sie uns gibt, alles. Ihre Majestät hatte die Idee, einen Park zur Unterrichtung von Kindern einzurichten, damit sie mit Spaß zu lernen. Und so hat alles angefangen. Die Idee wuchs also heran und wir hielten Diskussionen und Versammlungen ab, denn Unterricht ist sehr wichtig. Und so fing alles an zu wachsen. Die Regierung hat uns all dieses Land gegeben, es sind etwa 20.000 qm. Und wir hatten ein paar Versammlungen. Die Regierung unterstützte einen Teil, der andere Teil wurde von der Welttierschutzgesellschaft (WSPA) getragen. Dann haben wir diesen Ort hier aufgebaut.

Ich danke (Ihrer Königlichen Hoheit) Prinzession Haya Bint Al Hussein sehr für die vollständige Unterstützung des tierärztlichen Projektes. Sie kümmert sich um das Projekt, um es am Leben zu erhalten. Und sie besorgt uns viele Tierärzte, die unsere Tierärzte in Jordanien ausbilden, und unterstützt die Einrichtung wirklich auf vielerlei Weise. Ich danke also der Königsfamilie für all ihre Unterstützung.

Weshalb engagieren Margaret Ledger and Nadia Hamam sich so sehr für den Tierschutz?

Ich denke, Tiere sind voller Gefühle. Und sie sind einfach sprachlos. Wir müssen ihre Bedürfnisse verstehen. Sie sind alle Geschöpfe Gottes, genau wie jeder andere. Sie haben Rechte auf dieser Erde. Und wir haben die Verantwortung, - wirklich - uns um sie zu kümmern. Als Menschen haben wir eine große Verantwortung ihnen gegenüber. Sie können nicht sprechen, sie können nichts erklären, aber es gibt etwas in ihren Augen, das wir sehen. Und wir müssen das achten. Wenn wir sie respektieren, denke ich, respektieren wir Gott für das, was er für uns geschaffen hat. Ich denke nicht, dass die Welt sehr schön wäre ohne all diese lieben Geschöpfe um uns herum - ob sie am Himmel fliegen oder auf dem Boden kriechen oder im Meer sind. Sie sind einfach schön. Und sie vervollständigen unser Leben. Wir glauben einfach ganz stark daran.

Alle religiösen und spirituellen Traditionen setzen sich dafür ein, Tiere mit äußerster Liebe und Fürsorge zu behandeln. Das Humane Center for Animal Welfare bringt die Jordanier und die Tiere durch die alterslose Weisheit spiritueller Texte einander näher.

Ich denke, alle heiligen Bücher dieser Welt erwähnen die Güte zu Tieren. Und wenn man eine religiöse Person ist, denke ich, sollte man all das befolgen. Und ich glaube, wir sollten Respekt vor ihnen haben. Ich denke, im Koran, der islamischen Religion, heißt es, dass Tiere ein Wunder sind. Und ich glaube daran. Es wird sehr nett darüber im Koran gesprochen; Güte zu den Tieren und Achtung vor ihnen. Und Nadia stimmt dieser Idee zu. Denn wir haben ein paar Sprichworte, die jetzt an verschiedenen Stellen in der Pferdeklinik hängen. Es sind Sprichworte aus dem Koran über Tiere und die Achtung vor ihnen. Mitgefühl und Achtung vor dem Leben. Das ist es auch, was Nadia den Kleinen beibringt, wenn sie ihre Vorträge in den Schulen hält.

Tatsächlich sprechen wir viel über die Religion und den Heiligen Koran des Propheten Mohammed, wie er mit den Tieren umgegangen ist. Mit all diesen Belegen ist es leicht, die Schüler davon zu überzeugen, sich das in ihrem Leben als Vorbild zu nehmen. So setzen wir also einen Schwerpunkt bei ihnen. Und wir sprechen darüber. Das ist Sittenlehre. Wie man mit Tieren umgeht, so verhält man sich auch mit anderen Menschen. Es ist also Morallehre.

Bravo, Margaret Ledger und Nadia Hamam, für Ihre edelgesinnten Glaubenssätze, ihre fleißige Arbeit und besonders für die Gründung des Humane Center for Animal Welfare in Jordanien. Möge das Leben der schönen Tiere in Jordanien weiterhin von Ihrer Güte und Rücksichtnahme für sie berührt werden.

Weitere Infos über das Humane Center for Animal Welfare, finden Sie auf: www.HCAW-Jordan.com

Sanfte Zuschauer, danke, dass Sie unsere heutige Sendung gesehen haben. Bitte schalten Sie morgen wieder ein zu Die Welt der Tiere: unsere Mitbewohner, wo wir einigen der Esel, Pferde, Hunde und Katzen begegnen, die Patienten der Klinik des Zentrums sind, und den liebevollen Mitarbeiter die sich um sie kümmern. Mögen alle Wesen auf Erden für immer respektiert und geliebt werden. 


 
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