Planet Erde: unser liebevolles Zuhause
 
Aus der Vergangenheit lernen: Massenvernichtung und globale Erwärmung mit Dr. Peter Ward   

Hallo, edle Zuschauer, und willkommen zu „Planet Erde: unser liebevolles Zuhause“.
Heute erkunden wir das Phänomen des Massensterbens, bei dem eine große Anzahl von Spezies zu existieren aufhören. Wissenschaftler sagen, dass es im Lauf der Erdgeschichte viele solche Ereignisse gegeben hat, und warnen, dass unser Planet aufgrund der Beschleunigung der globalen Erwärmung vielleicht auf ein weiteres zusteuert.

Heute gibt Dr. Peter Ward, Professor der Geo- und Weltraumwissenschaften an der Universität Washington in Seattle, USA, und Astro-Biologe für die National Aeronautics and Space Administration (NASA) sein Wissen preis.
Dr. Ward ist Experte auf dem Gebiet Massensterben und hat mehr als ein Dutzend Bücher geschrieben, darunter auch das gut angenommene „Unter einem grünen Himmel: globale Erwärmung, die Massenaussterben der Vergangenheit und was sie uns über unsere Zukunft sagen können.“

Was Massenaussterben verursacht hat, ist immer noch eine der wirklich interessanten und treibenden Fragen in der Geologie und Biologie. Wenn Sie mir diese Frage zwischen 1980 und 1990 gestellt hätten, hätte ich Ihnen gesagt, dass Asteroiden- oder Kometeneinwirkung auf den Planeten der Hauptgrund oder vielleicht der einzige Grund für Massenaussterben ist. Tatsächlich sieht es jetzt aus, als sei das ein einzigartiges Ereignis gewesen, und dass die anderen 14 Massenaussterben durch kurzfristigen Klimawandel verursacht wurden – in fast jedem Fall globale Erwärmung. Dr. Ward zufolge können Änderungen in der Zusammensetzung des Meeres ein Massensterben auslösen. Der Zustand des Ozeans, den wir jetzt haben, ist einer, bei dem unsere Meere durchgemischt sind. Das bedeutet, dass die Zusammensetzung des Wassers, die Chemie des Meerwassers ganz oben fast identisch mit der auf dem Grund ist. Und mit Chemie meine ich nicht nur die Atome, aus denen das Wasser besteht, ich meine den ganzen Wasserkörper selbst, der gelöste Gase enthält.
Mit Gas ist es in dieser Atmosphäre so, dass wenn wir einen Bottich Meerwasser frisch schöpfen, in dem kein Gas ist, wird das sich hier befindliche Gas die Sauerstoff-, Kohlendioxid- und Stickstoffmoleküle herunterziehen und sich sowieso auflösen – so wie wenn man Zucker in Wasser gibt und umrührt, so verhält sich auch Gas. Die Sauerstoffmenge an der Meeresoberfläche ist fast identisch mit der Menge in großen Tiefen, das ist der derzeitige Zustand der Meere. Aber der zweite Meereszustand ist, dass oben Sauerstoff ist, aber keiner am Meeresgrund. Der dritte Meereszustand ist, dass es nirgendwo viel Sauerstoff gibt und Schwefelwasserstoff vorhanden ist; drei Meeresbeschaffenheiten.

Ein Massenaussterben findet beim Übergang von einer auf die anderen statt. Wissenschaftliche Forschung zeigt, dass das größte Massensterben in der Geschichte der Erde, das Perm/Trias-Massensterben, vor schätzungsweise 250 Millionen Jahren stattfand, wobei 90 Prozent oder mehr der Meerestierarten und 70 Prozent der Landtiere verschwanden. Ich denke, in der Geschichte der Erde fanden immer wieder Klimawandel statt.

Wir wissen, dass manche dieser Klimawandelereignisse mit enormer biologischer Zerstörung einhergingen. Und wie könnten wir glauben, dass dieselbe Art der Erfahrung heutzutage nicht dasselbe anrichten würde? Manche von uns schauen sich also das frühere Klima an, um zu sehen: könnte das wieder geschehen?

Das Nordpolarmeer schmilzt durch die globale Erwärmung in beispiellosem Tempo. Dieses Phänomen verursacht den Wissenschaftlern ernsthafte Sorge, so auch Dr. Ward. Was wäre die Auswirkung auf die Ozeane der Welt, falls das arktische Meereseis gänzlich verschwände?

Es gibt viele Strömungssysteme im Meer. Die Ozeane versuchen, die Hitze einfach auszugleichen. Wenn man z.B. Wasser in einem Topf auf kleiner Flamme kocht, fängt das Wasser an, sich vom Brennpunkt wegzubewegen. Das kalte Wasser oben wird hinabgezogen, so entsteht die Zirkulation. In den Meeren ist es ebenso. Die Arktis ist kalt. Der Äquator ist heiß. Der Äquator ist wie die Flamme. Heißes Wasser bewegt sich also auf das kalte Wasser zu, somit bewegt sich das kalte zum heißen hinunter. Und genauso geschieht es in solch einer Zelle, in einer Umwälzzelle. Es bewegt sich also nicht zur Seite, sondern von oben nach ganz unten. Meereswasser absorbiert Hitze, Eis reflektiert es. Wenn wir Eis von unserem Planeten entfernen, vermindern wir die Reflektion.

Wohin geht dieses neue Licht? Es wandelt sich in Hitzeenergie um; unser Planet erwärmt sich und wir büßen das Eis ein. Wenn die globale Erwärmung die Tropen verhältnismäßig gleich stark erwärmen würde wie sie die Arktis erwärmt, gäbe es kein Problem. Aber die Tropen sind schon in etwa so warm, wie sie sein können. Auch durch die globale Erwärmung und mehr CO2 und Treibhausgase können sie sich nicht viel mehr aufheizen. Aber die Arktis kann das wohl. Die Arktis kann von Null Grad auf höchstens 40 bis 50 Grad ansteigen, aber wahrscheinlich 30 als Maximum. (Verstehe.) Wenn wir also diese zwei Temperaturen haben, oder uns denen auch nur nähern, hören die Meeresströmungen auf. Wenn die Meeresströmungen aufhören, geht es vom Meereszustand gemischt zum Meereszustand anoxisch.

Wenn wir zurück sind, spricht Dr. Ward weiter über die Folgen des Aufhörens von Meeresströmungen. Bitte bleiben Sie bei Supreme Master Television.

Willkommen zurück zu „Planet Erde: unser liebevolles Zuhause“, wo wir ein Interview mit Dr. Peter Ward zeigen, einem führenden Experten für Massenaussterben, Ereignisse, wo große Zahlen von Spezies zu existieren aufhören. Dr. Ward ist Professor der Geo- und Weltraumwissenschaften an der Universität Washington in Seattle, USA, und Astro-Biologe für die NASA. Seiner Forschung zufolge kann der rapide Klimawandel, den wir jetzt erleben, wenn wir nicht handeln, um ihn anzuhalten, zu einem grundlegenden Wandel in der Chemie der Weltmeere führen, was zu einer weiteren Massenausrottung führt.

Die mögliche Unterbrechung des „Großen Förderbandes“ der Meere – eines enormen Zirkulationsmusters, das sich über die Weltmeere erstreckt und eine Hauptrolle bei der Regulierung des Erdenklimas spielt – macht Dr. Ward besondere Sorge. Neue Modelle in Colorado (USA) zeigen an, dass wir innerhalb der nächsten 100 bis 150 Jahre anfangen werden, die Verlangsamung und sogar den Stillstand mehrerer dieser Meeresströmungs-Systeme, Thermohalin-Systeme, Förderband-Systeme zu sehen. Wir haben in der geologischen Vergangenheit gesehen, dass das geschieht. Wenn wir das Förderband ausschalten, haben wir früher oder später ein völlig anders geartetes Wasser auf dem Grund, Wasser ohne Sauerstoff. Das Wasser an der Oberfläche hat noch Sauerstoff, aber mit der Zeit wird es sauerstoffloses Wasser, weil immer mehr Wasser dort hinunter gepumpt wird. Es muss irgendwo hin, also wird es hinaufbefördert; da sich dieses Förderband am Ende verlangsamt, kommt das Zeug hoch. Dazu kommt, dass warmes Wasser ohne Sauerstoff weniger wiegt als warmes Wasser mit Sauerstoff. Und so treibt es an die Oberfläche und tötet dabei Dinge. Und das ist der derzeitige Zustandswechsel. Wenn es an der Oberfläche ankommt, ist man in Zustand zwei: dem sauerstofflosen Meer. Und von Zustand zwei steuert es dann rapide auf den Zustand drei zu: das Schwefelwasserstoffmeer.

Was sind die Folgen, wenn Lebendiges mit Schwefelwasserstoff in Kontakt kommt? Schwefelwasserstoff ist ein Giftgas, es wird durch verrottendes Material erzeugt, es kommt auch aus Vulkanen und es kann von Mikroben produziert werden. Bakterien produzieren als Nebenprodukt ihrer Atmung und ihres Lebens Schwefelwasserstoff. Ganz geringe Mengen von Schwefelwasserstoff in diesem Raum würden uns sehr rasch töten – 200 Teile in einer Million. Weniger Schwefelwasserstoff als Kohlendioxid in der Luft tötet uns schon.

Aber ein winziges bisschen H2S können wir schon wahrnehmen, unsere Nase ist auf wenige Teile in einer Million abgestimmt. Und zwar deshalb, weil dieses Gas so giftig ist. Der menschliche Körper weiß, wenn du das riechst – renne! Bleib nicht in der Nähe. Es kann dich umbringen. Derzeit wird Schwefelwasserstoff in Meerwasser in verschiedenen Regionen auf der ganzen Welt aufgefunden. Der bekannteste Fall ist vor der Küste Namibias. Das Meeres-Ökosystem an der Küste des Landes wurde durch das Gas schwer geschädigt. Zeitweise sterben Millionen von Fischen durch den im Meerwasser gelösten Schwefelwasserstoff.

Das ist so. Das Land Namibia in Afrika fördert bereits Schwefelwasserstoff an die Oberfläche. Wir wissen das.
An der Meeresküste von Namibia kann man einfach entlanggehen und riecht es. Ich habe das getan. Auch Unterwasserpflanzen können dem Schwefelwasserstoff erliegen. Das Seegras, das in den Gewässern vor den San Juan Inseln nahe der Küste von Washington, USA, einst gedieh, ist ein weiteres typisches Beispiel. Seegras ist der Ort, wo junge Tiere geboren werden und den Anfang ihres Lebens verbringen. Die meisten Fische enden schließlich in Seegras, weil es Schutz gewährt. Seegras keimt jetzt nicht mehr bei den San Juan Inseln, wo es Schwefelwasserstoff gibt. Er hält die Samen vom Auskeimen ab. Daher also kein Seegras, kein Schutz, die kleinen Kerlchen haben keinen Schutz, die Spezies der kleinen Kerlchen stirbt aus.

In seinem Buch „Under a Green Sky“ beschreibt Dr. Ward eine Welt mit lila Ozeanen und grünen Himmeln, das Resultat von Meeren voller Schwefelwasserstoff.

Kein Lebender hat das je gesehen. Aber wir denken, die Meere hätten einfach deshalb eine tief purpurrote Farbe, weil die Bakterien, die den zerstörenden Schwefelwasserstoff produzieren, purpurfarben sind. Man nennt sie „Purpurschwefelbakterien“, und sie bleiben im Wasser purpurrot. Tatsächlich gibt es Bereiche im Schwarzen Meer, wo der Ozean lila ist. Das wäre also unsere Welt – purpurrote Ozeane, wahrscheinlich ein grüner Himmel.

Der Schwefelwasserstoff, der in die Atmosphäre entweicht, gibt ihr eine gelbe Tönung. Wenn man gelb zu blauer Farbe gibt, was erhält man dann? Grün.

Sicher möchte niemand eine so merkwürdige, giftige und leblose Welt sehen. Wie können wir dieses Szenario vermeiden? Wir müssen den Klimawandel stoppen. Zusammen mit seinen Anregungen, weniger Auto zu fahren oder Flugreisen zu meiden, hat Dr. Ward auch die folgende Empfehlung, um die Erde abzukühlen:

Essen Sie kein Fleisch mehr! Es ist so unglaublich unwirtschaftlich, die grüne Energie der Pflanzen an Kühe zu verfüttern. Fleisch auf Ackerboden zu züchten ist verrückt. Wir müssen diese Ressourcen erhalten und sollten die Menschen ernähren; die große Mehrzahl der Leute auf diesem Planeten sollten Grünpflanzen essen und ihr Protein einzig und allein aus Pflanzenmaterial beziehen. Bei der Fleischerzeugung ist es – abgesehen von den ethischen Fragen des Missbrauchs – ganz gewiss nicht wirtschaftlich, Kühe z.B. in Costa Rica aufzuziehen, wo man die Regenwälder rodet, um für kurze Zeit Grasland zu haben, und sie dann an McDonalds zu verfüttern.

Essen Sie kein Fleisch mehr!

Um mehr zu erfahren von Dr. Peter Ward, besuchen Sie bitte http://earthweb.ess.washington.edu „Under a Green Sky“ und andere Bücher von Dr. Ward sind erhältlich bei amazon.com.

Wir danken Herrn Dr. Peter Ward von Herzen, dass er uns Einblick in seine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Massensterben gab und wünschen ihm alles Gute zu seiner künftigen Forschung in diesem Bereich.

Möge die Menschheit in diesem kritischen Moment der Geschichte erwachen und zu biologischer veganer Ernährung übergehen, um unseren Planeten zu retten. Danke für Ihre freundliche Gesellschaft bei der heutigen Ausgabe von „Planet Erde: unser liebevolles Zuhause“. Es folgt „Erleuchtende Unterhaltung“, nach „Bemerkenswerte Nachrichten“. Möge unser Leben von der göttlichen Liebe des Himmels erfüllt sein.


 
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